Der Berner Mattegucker

Meditieren in der Matte


Vom Nydeggstalden in die Matte: Das Buddhistische Zentrum am Nydeggstalden 8 zügelt im Mai in die Gerberngasse 14. Ein Katzensprung nur – aber für die Mitglieder ist dieser Umzug ein grosser Schritt. Nach fast 30 Jahren in gemieteten Räumen hat das Buddhistische Zentrum nun ein eigenes Haus und damit endlich eine feste Bleibe gefunden. Ab dem 1. Juni finden die Veranstaltungen (Vorträge, Meditationen, Kurse) am neuen Ort statt.

Buddhistisches Zentrum Matte

Das Zentrum besteht aus einem öffentlichen und einem privaten Bereich. Der öffentliche Teil wird im ehemaligen «Planet Love» und dem früheren Metzgereibetrieb der Familie Schläfli im Erdgeschoss eingerichtet. Hier sind ein grosser Meditationsraum und ein Empfangsbereich/Treffpunkt geplant. Im Meditationsraum finden die Veranstaltungen statt. Im Empfangsbereich kann man sich über das Angebot informieren oder auch einfach auf einen Kaffee vorbeischauen. Im ersten Stock entsteht ein grosser Aufenthaltsraum mit Gemeinschaftsküche, die auch für öffentliche Anlässe genutzt wird. So können etwa Besucher schon vor einem Vortrag zum gemeinsamen Spaghettiessen kommen, und auch danach besteht die Möglichkeit, noch zusammenzusitzen. Der private Bereich umfasst Wohnungen und WG-Zimmer vom ersten bis zum vierten Stock. Insgesamt werden im Haus 10 Erwachsene und 3 Kinder wohnen. Sie sind alle Buddhisten, die neben Beruf und Familie ehrenamtlich das Zentrum führen – unterstützt von den restlichen rund 50 Mitgliedern.
Dass das Buddhistische Zentrum in die Matte zieht, ist kein Zufall: Schon seit Jahren suchten die Mitglieder eine Liegenschaft in der Nähe des damaligen Bärengrabens – weil hier die Ursprünge der Stadt liegen. «Dies ist für uns ein Kraftort, hier herrscht eine besondere Energie», sagt Didu Krähenbühl (46), seit 1987 praktizierender Buddhist und ein «Urgestein» des Zentrums. Einige Bewohner sind bereits eingezogen und fühlen sich entsprechend wohl hier. Für Anouchka Spata (30), die mit ihrer Familie seit März hier wohnt, ist die Matte wie ein eigenes Dorf: Spannend und lebendig. Und Fritz Wermuth (57), der nicht warten mochte, bis sein Zimmer renoviert ist und daher bereits in der Neujahrsnacht einzog, meint einfach: «Wir freuen uns, hier zu sein».

Das Angebot des Buddhistischen Zentrums umfasst Meditations- und sogenannte «Dharma-Abende», an denen Vorträge zu buddhistischen Themen gehalten und Fragen beantwortet werden. Wochenend-Kurse bieten die Möglichkeit, Themen zu vertiefen oder gemeinsam länger zu meditieren. Das Zentrum bietet auch umfassende Literatur. Obwohl es in der Tradition der über 1‘000jährigen tibetischen Karma Kagyü-Linie steht, ist es kein «exotisches» Zentrum: Der darin praktizierte Diamantwegs-Buddhismus eignet sich im Gegenteil sehr gut für den westlichen Lebensstil mit Beruf, Familie oder Beziehung. Er legt besonderen Wert auf Meditation und lehrt einen Weg, der auf die Entwicklung von Klarheit und Selbständigkeit zielt. Mehr Informationen gibt es unter: www.buddhismus.org.
Nathalie Matter, buddhistisches Zentrum Matte