Der Berner Mattegucker

Wie sich alles ändern kann ... …


Freitag, 25. Juni 2010 17.36h … ein Schrei durchdringt meinen Körper und die wohl bedeutendste Veränderung in meinem Leben hat begonnen. Wir wurden stolze Eltern von Maurice Elia!
Es ist schon ein neues Leben, das sich nach immerhin 34 Jahren flexiblen Daseins in kürzester Zeit entwickelt hat. Alle Tipps dieser Welt, kombiniert mit Literatur und Datenfluten im bekannten Internet, konnten uns nicht auf unsere neue Situation vorbereiten. Eltern sein kann man nicht lernen, Eltern wird man, ein Job im Modus «Learning by Doing» und das ist auch gut so!
Die Entwicklung von Maurice in den ersten Wochen ist einfach unglaublich, aber noch viel faszinierender ist die Veränderung seiner Umgebung! Die Eltern und die Grosseltern haben Freude an jeder Bewegung, an jedem Ton, am ersten Lachen und auch an jedem Rülps und Pups (was ich als eines der gemeinsten Phänomene in der Degradierung zur Nummer 2 erleben darf) und auch unsere Umwelt verändert sich von einem Tag zum andern vollkommen. War noch vor wenigen Tagen mein schönstes Sonntagmorgen Ritual, das mit Marmelade und Butter verschmierte Messer mit der Zunge lasziv und vollem Genuss zu reinigen, so ist dies nun völlig verpönt und ein schlechtes Vorbild für den Kleinen.

Nun was soll’s in rund 20 Jahren kann ich mein Ritual sicherlich wieder einführen … Es ist herrlich Vater zu sein. Speziell lustig sind die Gespräche in meiner Männerrunde. Was unser Maurice aus meiner Sicht bereits alles sein wird und wie ich dies mit ihm erreichen will, bringt mich im Bett in der Nachbearbeitung der intensiven Männerabenddebatten zum schmunzeln und andererseits beruhigt es mich ungemein, denn ich weiss, dass sich weder YB, SCB und das Stadtballett Gedanken um ihre Zukunft machen müssen; unser Maurice kann und wird alles erreichen. Im Übrigen prahlt man(n) in einer solchen Runde schon, dass es einen Stammhalter gegeben hat, obwohl dies mit Abstand die dümmste Prahlerei ist die es gibt, denn in keiner Sekunde stand das Geschlecht bei uns im Vordergrund! Aber wie sollen sich Männer ändern die mit 34 noch, wie wild Panini Bilder sammeln, jedes Jahr das neue YB Trikot kaufen und beim 10000mal anschauen des «Dumm und Dümmer» Films bei der Schneeballszene in Tränen ausbrechen vor Lachen!
Ich weiss, Maurice ist erst seit 8 Wochen in unserer chaotisch hektischen Welt, in der er vorerst überhaupt ankommen soll.

Ich kann mir noch lange Gedanken von Meister- & Weltmeisterfeiern, von mehreren Nr. 1 Chart Nummern und der Giselle Bündchen als Schwiegertochter machen, aber vorerst zeigt er uns, was er eigentlich von uns will: Essen, wickeln, herumtragen, singen, vorlesen, wickeln, essen, lachen und möglichst viel gemeinsame Zeit - und all das, wann ER will!
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei den vielen Glückwünschen aus der Matte! Es hat mich beim ersten Besuch in der Matte sehr berührt, wie ihr uns beide begrüsst habt!

Merci - Sven Gubler


 

Kinder in der Matte

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