Der Berner Mattegucker

André Steinauer

André Steinauer mit Julia und Alex beim Badgassbrunnen

Vereinspräsident vom "ITTEME IBTLE!"

André Steinauer rauscht mit seinen beiden Kindern Ju­lia und Alex in den Buchladen. Die beiden machen es sich drüben bei den Büchern gemütlich und während des ganzen Interviews hören wir nichts mehr von ihnen. André Steinauer ist am 12.1.1975 in Küssnacht am Rigi geboren und aufgewachsen. Er lebt mit Nathalie, seiner Partnerin und den gemeinsamen Kinder, Julia 9, Alex 6 und Elena 2 ½ zusammen. Seit 2010 sind sie im bud­dhistischen Zentrum in der Matte zu Hause. «Mir gefällt es sehr hier unten», betont er.» André ist beruflich viel unterwegs und ich bin schon erstaunt, dass er tatsächlich einen Moment Zeit findet, mit mir dieses Gespräch zu führen.

Was gefällt dir in der Matte?

«Ich fühle mich sehr wohl hier unten, es ist ein sehr gu­tes Quartier. Die Kinder können hier behütet aufwach­sen und haben auch viele Freunde. Die Matte ist nicht provinziell, wie das einige gerne haben möchten; einfach ein lebendiges Quartier. Natürlich kann ich es nicht mit einem anderen Quartier in der Stadt Bern vergleichen das würde auch nicht gehen. Ich mag die Mattebrennerei und den Mattelade. Die Matte lebt und langweilig ist es mir eh nie.

André arbeitete sechs Jahre bei Globetrotter. Dort hatte er das Segment Sportreisen aufgebaut. Nach den olym­pischen Spielen in Sotschi und sechs Jahren Globetrotter war es genug. So wechselte er zu Destination Travel in Bern. «Es ist nicht ruhiger geworden, einfach anders», sagt er. Jetzt organisiert er Reisen für Fussballmannschaf­ten, die ins Trainingslager fliegen oder auch für Mann­schaften, die in die Schweiz kommen. Er organisiert die Trainingscamps beispielsweise vom FC Basel bis zu ei­ner 4. oder 5. Ligamannschaft. «Es spielt keine Rolle, für wen. Früher habe ich selber gerne Fussball gespielt. Jetzt reicht es gerade noch, die Mannschaften als Reiseorgani­sator zu begleiten», meint er trocken.

«Die Verantwortung ist gross und manchmal komme ich schon an meine Grenzen. Vor allem dann, wenn Fuss­ballmannschaften unglaublich viel Material mitnehmen und wir zu wenig Transportmittel organisiert haben. Das kommt zum Glück nicht häufig vor. Jedenfalls macht mir mein Job grossen Spass, auch wenn er oft wirklich stressig ist.»

André ist sehr dynamisch. Für ihn ist es wichtig, auf die Bedürfnisse seiner Kunden einzugehen. «Manchmal ist es nicht ganz einfach, den Anforderungen einer Mannschaft gerecht werden. Wir machen dann halt einfach das, was uns möglich ist.

André liebt es zu organisieren und so war es selbstver­ständlich, dass er sich zusammen mit einer Gruppe von Matteleuten entschloss, ein Fest im Quartier auf die Bei­ne zu stellen. Die Leute, die mit André zusammen das Fest organisie­ren, sind:
Elvira Bühlmann - Kinderfest
Brigitte Holzer - Helfer/innen, Kasse
Thomas Kreisel - Cupsystem, PR, Kommunika­tion, Grafik, Infrastruktur
Urs Rietmann - Fundraising, Bühnenprogramm, Matte-stuehlet-use
André Steinauer - Koordination, Vereinspräsident
Lars Urfer - Essen und Trinken

Wieso machst du mit bei "ITTEME IBTLE!" oder die Matte lebt ...?

«Beim letztjährigen Adventsfenster bei Aram habe ich damals mit Martin Giezendanner darüber gesprochen, wieder einmal etwas im grösseren Rahmen auf die Beine zu stellen. Nein, es soll kein Mattefest sein, so wie sie frü­her stattgefunden haben. Aber auch nicht nur ein kleines Quartierfestli zwischen den Schulhäusern. Die Idee wur­
de aufgenommen und wird nun realisiert.»

(K)ein Mattefest

Die Organisatoren schreiben zum neuen Mattefest auf www.matte.ch: «Wo immer Mann/Frau in dieser oder je­ner Frage steht, ist klar: Das Quartier an der Aare stiftet Identität. Grund genug also, sagte sich ein Grüppchen aus der Itteme, diesen Umstand mit einem Quartierfest zu feiern. Ein Matte-Fest, wie man das aus früheren Jah­ren in eher unguter Erinnerung hat, sollte es, das war immer klar, aber nicht werden: Auf den mehrtägigen Besuch von Tausenden von Kampftrinkern, welche die hübsche Gegend zwischen Läuferplatz und Mattelift flä­chendeckend in ein übles Bier- und Barfestival verwan­deln, hatte niemand Lust. Auf der anderen Seite sollte das Quartierfest dieses Jahr aber auch mehr sein als das generationenübergreifende Befeuern von Grillgut zwi­schen den Schulhäusern.

Quartier für das Quartier

André Steinauer, Präsident des eigens für das Quartier-fest gegründeten Vereins "Itteme ibtle" in Matteänglisch; oder "D' Matte läbt!", bringt es auf den Punkt: «Itte­me ibtle» wird ein heiteres, sympathisches Fest aus dem Quartier für das Quartier.» Dass dies zutrifft, zeigt ein Blick auf das tatsächlich hausgemachte Programm des
19. August 2017, das in diesen Tagen konkrete Form an­nimmt. Nebst dem Matte-Flohmarkt und einem reich­haltigen Kinder-, Familien- und Kulturprogramm ist es vor allem der Tag der offenen Türen, die auch zahlreiche Gäste in die Matte locken dürften.

«Was erwartest du von diesem Fest?», frage ich André. «Es soll ein Fest sein, das verbindet, für Gross und Klein. Es soll für alle etwas haben. So gibt es ein Kinderpro­gramm auf dem Turnplatz – bei schlechtem Wetter sind wir in der Turnhalle. Am Abend finden auf dem EWB-Känzeli Konzerte statt – im Wechsel mit dem Kultur­bus.li – der kleinsten mobilen Bühne der Welt - auf dem Mühlenplatz. Ebenfalls wird für Speis und Trank gesorgt, da hat Lars Urfer aus der Mattebrennerei unterschiedli­che Stände mit abwechslungsreichem Food organisiert.»

«Wie finanziert ihr das Fest?»

«Wir geben nur so viel aus, wie wir zur Verfügung haben und wollen die Spesen möglichst klein halten. Wir haben das Glück, dass einige Firmen uns tatkräftig unterstüt­zen. So macht z. B. die Republica AG die ganze Werbung und gedruckt wird es bei Ast & Fischer AG.

Sponsoren «Matte läbt! sind:

Ast & Fischer AG, Berner Kantonalbank BEKB, Burger­gemeinde Bern, Contexta AG, Emni Multimedia GmbH, Hilfsverein Matteschulen, Kulturstiftung der Gebäude­versicherung des Kantons Bern GVB, Kulturstadt Bern, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft, Re­memBERN, Republica AG

Wir danken jetzt schon allen Helfer/innen und allen am Tag der Offenen Türen beteiligten Einrichtungen, Betrie­ben und Agenturen, zudem Apolloni AG, Karl Zimmer­mann AG, Tatort Kommunikation & Design GmbH, Mediaplus AG, Marzili-Beck AG, Buchladen Einfach Lesen, Tanzwerk, Matteschule, Sportamt der Stadt Bern, Stadtgrün Bern und dem Matteleist.

Ein schönes Fest

André ist überzeugt, dass es ein schönes Fest geben wird. «Wir haben ein sehr gutes Team und deshalb glaube ich auch daran, dass es gut herauskommt. Alle sind motiviert und geben viel Energie in die Sache, damit es gelingen wird.»

«Was bedeutet «Fest für die Mätteler»?», frage ich nach. «Das Fest ist von Mätteler für Mätteler und alle die dazu kommen wollen. Es soll ein Fest sein, an dem sich die Menschen wohlfühlen und auch feiern können.»

Nun Zurück an den Anfang

Am Anfang des Gesprächs wollte ich von André wissen, wie er sich beschreiben würde. Er meinte verschmitzt lä­chelnd. «Ich muss darüber nachdenken, können wir das nicht am Schluss unseres Gesprächs machen?» «Klar kön­nen wir, ich komme einfach wieder darauf zurück.»

André ist Familienvater und sehr verbunden mit dem buddhistischen Zentrum hier in der Matte. «Ich arbeite gerne und bin sportbegeistert. Ich mag den Austausch mit Menschen, bin kommunikativ. Ab und zu bin ich auch gerne alleine, doch diese ruhigen Momente sind lei­der eher selten.»

«Was magst du an dir nicht?»

«Ich beurteile Menschen und Situationen manchmal zu schnell. Ich kann mich nicht so gut abgrenzen und dies ist oft auch ein Nachteil. Manchmal fehlt mir auch die Zeit für Dinge, die mir wichtig sind. Ich würde gerne re­gelmässiger meditieren. Oft würde ich auch gerne etwas mehr Zeit mit Nathalie, meiner Frau verbringen.»

Und wenn es regnet?

«Was machst du wenn es am Mattefest regnet?», frage ich lachend.
«Es wird nicht regnen.»

Wir werfen beide einen Blick zum Himmel und bei dem heutigen Tag können wir es uns tatsächlich nicht vor­stellen, dass es regnen könnte. Ein Julitag mit strahlend blauem Himmel. Schönstes Licht für ein paar Porträtfo­tos!

Alex und Julia haben ihre Bücher wieder zurückgelegt und schauen nun neugierig beim Fotografieren zu. Na­türlich möchten die beiden mit ihrem Vater aufs Bild – und diesen Wunsch erfülle ich selbstverständlich gerne.

Rosmarie Bernasconi


 Matte-Chilbi Szene 1960

Mattechilbi um 1960

Aarefestival 1991 Mühlenplatz

Aarefestival 1991

Mattefescht 2003 Konzertbesucher

Mattefescht 2003

Quartierfest 2012 Festbeiz

Quartierfest 2012