Der Berner Mattegucker

Interview Fischerstübli

I1: Interviewter 1, Hüseyin Matur
I2: Interviewter 2, Oktay Ari
S: Schüler der 5./6. Klasse
F: Stefan Flury

Zum Betrieb: Was ist das das Motto Ihres Betriebes?

I1: Den Gast bedienen. Den Gast bekochen. Dem Gast unvergessliche Momente schenken. Und den Gast so nach Hause schicken.

Wie unterscheidet sich Ihr Betrieb von anderen?

Hüseyin Matur, Wirt FischerstübliI2: Wir sind einzigartig, in dem Sinn, dass wir den Gast persönlich begrüssen, persönlich verabschieden und sehr zufrieden nach Hause schicken. Damit er beim nächsten Mal wieder hierher kommt.

Welche Berufe arbeiten in Ihrem Betrieb?

I1: Wir haben Köche: Einen Chefkoch, einen Sous-Chef, einen Hilfskoch, einen Casserolier, das ist der, der abwäscht und putzt und so. Dann haben wir Servicefachleute, die hier arbeiten und wir haben Leute, die das Büro machen.

Was ist ein Sous-Chef?

I1: Ein Sous-Chef ist ein Hilfschef. Es gibt einen Chef, den Küchenchef, der ist oben und unter ihm ist einer, der ihm hilft, das ist kein Hilfskoch, sondern ein gelernter Koch, der den Chefkoch vertritt, wenn dieser nicht da ist.

Welche Nationalitäten arbeiten bei Ihnen?

I2: Wir haben eine grosse Vielfältigkeit hier. Der Casserolier ist aus Tibet. Der Chefkoch ist zu einem Viertel Ungare und sonst Schweizer. Wir haben den Sous-Chef, Pablo, er ist halb Algerier und halb Franzose, einen Chilener und wir (zwei) selber sind Kurden.

I1: Im Service haben wir Schweizer und einen Tibeter.

F: Wie viele Sprachen werden hier gesprochen?

I1: Hier wird Französisch, Hochdeutsch, Berndeutsch, Kurdisch, Türkisch, Tibetisch und Spanisch gesprochen. Englisch können wir natürlich auch, wenn ein Gast auf Englisch bedient werden möchte. Also ihr könnt mit fast irgendeiner Sprache kommen, wir versuchen zu helfen. Da haben wir immer irgendjemanden, der eine Sprache kann.

Welches war das schönste Erlebnis, welches sie in ihrem Betrieb erlebt haben?

I1: Das Oho-Erlebnis der Gäste, die finden „Mmmh“. Das ist jedes Mal ein schönes Erlebnis, wenn der Gast findet „Das isch de fein, das hani nonie gha soöpis“. Und das sind jedes Mal schöne Erlebnisse, wenn man den Gästen so etwas Schönes geben kann. Natürlich kommen die Gäste mit ihren Geschichten und erzählen und wollen wissen, was wir denn machen. Von eurer Schule kommen sehr viele Lehrer hier her zum Mittagessen.

Ist schon einmal etwas Schlimmes bei der Arbeit geschehen?

I2: Etwas Schlimmes, in dem Sinn, nein.

I1: Dochdoch, zum Beispiel, dass sich der Hilfskoch in den Finger geschnitten hat. Das ist sehr schlimm, da mussten wir schnell bandagieren und so. Das ist schlimm genug, aber sonst, nein.

Welches ist Ihr Lieblingsrezept?

I2: Schwierig.

I1: Das ist schwierig, wir haben eine Karte, die wechselt dauernd, alle anderthalb Monate. Und unsere Köche sind wirklich sehr kreativ. Wir sehen einfach, dass das, was wir dann machen, beim Gast gut ankommt. Unser Schoggi Kuchen zum Beispiel, das ist ein Schoggi-Kuchen ohne Mehl. Da sagt einer gleich „Ah“ (staunend), weil das ist wirklich ohne Mehl, das ist wie ein Praliné. Das haben sehr viele Leute gerne, wir lieben es natürlich auch. Und da wir selber sehr gerne essen und von allen Kulturen etwas essen, versuchen wir möglichst kreativ auch noch etwas davon auf die Karte zu bringen und auch sehr viel Sachen, die andere Leute vielleicht noch nie gesehen oder gegessen haben. Zum Beispiel haben
wir eine Pasta mit Kakao. Schon mal gehabt?

S: Nein.

I1: Viele Leute hatten das noch nie und wenn sie es mal nehmen dann sagen sie «Oh, das hätte ich nicht gedacht».

Wie lange gibt es das Restaurant in der Matte schon?

I2: Eine vierhundertjährige Geschichte hat das Restaurant Fischerstübli und wir sind die neuste. Seit anfangs Juni 2015 sind wir da.

I1: Und versuchen die Tradition aufrecht zu erhalten, die es seit über vierhundert Jahren schon gibt. Auf unsere Art natürlich. Ich wünsche euch eine gute Zeitung, das ist eine schöne Sache, die ihr hier macht. Danke vielmals!

Falafel mit Spargel-Bulgursalat und Tzatziki (Fischerstübli)

Rezepte für 4 Personen

Spargel-Bulgursalat

2 Stk rote Zwiebel
2 Stk Knoblauch beides fein hacken, anschliessend in viel Butter anbraten.
250 g Bulgur zufügen, anschliessend mit Gemüsebouillon ablöschen, eine Fingerspitze mit Wasser auffüllen.
Im Backofen bei 145° C backen, bis Flüssigkeit aufgesogen ist.
400 g Spargeln in ca. 1 cm lange Scheiben schneiden und in kochendem Salzwasser 2-3 Min. blanchieren. Mit dem Bulgur mischen, nach Belieben mit Minze und anderen Kräutern verfeinern. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
1-1,5 dl Olivenöl mit Saft von 1 Zitrone vermischen.

Falafel

150 g getrocknete Kichererbsen über Nacht einweichen, abtropfen und nochmals waschen, im Cutter oder Mixer fein hacken.
2 Stk rote Zwiebel
2 Stk Knoblauch
1 Bund Petersilie
1 Bund Koreander alles fein hacken und mit gehackten Kichererbsen mischen.
Mit süssem Paprikapulver, Kreuzkümmelpulver,
1 Limette (Saft und Zeste) verfeinern. Tipp: ½ Esslöffel Backpulver darunter mischen.
Anschliessend im Sonnenblumenöl goldbraun frittieren.

Tzatziki

2 Stk Gurken waschen und raffeln, in Löchersieb legen und mit viel Salz bestreuen. Ca. 10 Min. abtropfen lassen, anschliessend gut waschen. Gurken gut ausdrücken.
500 g griechisches Joghurt mit Gurken vermischen.
2 Stk Knoblauch gepresst
3 EL Honig
1 Limette nur Saft
2-3 Sträusschen Minze kleingeschnitten Alles gut vermischen und etwa 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
Zum Schluss nach Belieben mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Anschliessend im Sonnenblumenöl goldbraun frittieren.