Der Berner Mattegucker

Abschied aus der Matte

Elisbeth und AnnetteAnfangs Juli wird die Sprachheilschule ins Wankdorf umziehen, ins neu sanierte Gebäude des ehemaligen Abendtechnikums, an die Morgartenstrasse 2c. Erstmals werden die Schule und der Kindergarten der Sprachheilschule dort zusammen unter einem Dach arbeiten.

Wir haben ein lachendes und ein weinendes Auge, wenn wir an den Umzug denken.

Wir müssen uns nicht nur von einem altehrwürdigen Schulhaus und Quartier verabschieden sondern auch von uns liebgewordenen Kolleginnen. Gudrun Glaus hat es kurz auf den Punkt gebracht: «Uf ei Chlapf verschwindet mis ganze Kollegium!»

Es wird leer und still. Wir freuen uns auf unser neues Haus, das darauf wartet, dass wir es gestalten.

Was wir sicher vermissen werden …

… den dörflichen Charakter der Matte, wo man einander kennt und grüsst.

… den Matteladen, der auf kleiner Fläche ein breites, interessantes Angebot feilhält. Die Kinder konnten in einem geschützten Rahmen erste Erfahrungen sammeln im selbständigen Einkaufen. Auch die Erwachsenen konnten sich ein gehaltvolles Mittagessen kaufen.
Menschen

… die kleine Post mit ihrem grossen Service. Hier konnten die Kinder allein ein grosses «Geschäft» tätigen.

… Der «Mattearzt» Arnold Durrer, war immer wieder unsere Rettung.

… das Musikatelier von Ruth und Res Margot, wo es oft etwas zu hören gibt.

… der Mattelift mit seinen «Liftboys». Mit der Glaskabine in den Himmel fahren, die Matte von oben sehen und das Schulhaus suchen.

… das Münster, das schwindelerregend in die Höhe strebt. Es übt eine grosse Faszination aus. Man möchte hinauf gehen und doch …

… die Aare mit ihrem Rauschen

… den Bärenpark, den wir vom Gang aus gesehen haben

… den Längmuur Spielplatz, der ein Kinderparadies ist.

… das Mattebach mit den Bade- Sommervergnügen. Das kleine Matte- Rimini. Fast jeder erlebte hier seine persönliche Matte-Taufe, oft im ungünstigsten Moment.

… unser liebes Schulhaus barg viele besondere Geheimnisse: das gruselige des Kellers und Estrichs, das Türmli mit der Uhr, wo bestimmt das kleine Gespenst wohnt, das Knarren und Beben der Böden, das Labyrinth der Zimmer, die ausgetretenen Treppenstufen, wo Tausende von Kinderfüssen ihre Spuren hinterlassen haben.

… Unsere Köchinnen werden leider nicht mitkommen. Dies ist ein grosser Verlust für uns.

… rundherum die Kastanienbäume, die uns die Jahreszeiten anzeigen. Den Frühling mit den Traubenkerzen, den Sommer mit den schattenspendenden Blättern, den Herbst mit den Kastanien, den Winter mit den Knospen fürs neue Jahr.

… die verschiedenen Häuser, die zu unserer Schule gehören: die Schifflaube 52 mit Musikzimmer, Bibliothek, Küche und Malzimmer, der Kindergarten am «Bowäger», mit dem Psychomotorikraum, die Turnhalle. So verlassen wir die Matte und denken gerne an diese Zeit zurück.

Elisabeth und Annette