Der Berner Mattegucker

Spielplatz- und Quartierfest Gerberngasse

Collage Spielplatz GerberngasseEigentlich hätten die Anwohnenden in der Matte in diesem Sommer viele Gründe zum Feiern gehabt. Nicht nur, dass die Massnahmen und Bemühungen zum Hochwasserschutz in der Matte sehr gut funktioniert haben und das AWA dank den neuen Frühwarnsystemen, guter Kenntnis der Abflüssen von Aare und Seitenflüssen und nicht zuletzt dank dem Einsatz von Berufsfeuerwehr und vielen Helfern bei Bau von Matteschüblig, dem Einsetzten von Dammbalken, etc. die Hochwassergefahren nie wirklich kritisch wurden. Auch die Polleranlage bei der Weihergasse wurde gebaut und in Betrieb genommen.
In der neuen, verkehrsberuhigten Matte hätten wir ungestört und ungefährdet ein Gassenfest veranstalten können. Hätte nicht der Sommer ein paar Aussetzer gehabt…. Da aber bereits im Frühling von Anwohnenden aus der Gerberngasse die Idee zur Erneuerung des Spielplatzes im Hof von Dachdecker Kehrli an den Matteleist herangetragen wurde, haben wir uns von der Idee anstecken lassen ein Quartierfest grad auf dem erneuerten Spielplatz zu veranstalten. Die Idee der Erneuerung des Sandkastens wurde von den zuständigen der Direktion Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün bereitwillig aufgenommen und nach einer kurzen Planungsphase wurde von der Stadt eine Baufirma beauftrag den ganzen Platz neu zu gestalten. Der Sandkasten wurde ganz ausgehoben, etwas vergrössert, neu umrandet, ein Brunnen und eine Brätlistelle wurde eingerichtet und ein schöner Tisch mit Bänken aufgestellt.
Da die Arbeiten der Stadt bis kurz vor den Herbstferien gedauert haben, konnte auch andere Terminkonflikte mit dem Fischerfestli und dem Brätliabend des Wöschhüsi umschifft werden und so hat das Spielplatz-Einweihungs- und Quartierfest nach den Herbstferien am 18. Oktober stattgefunden. Zum Glück, nachdem der Sommer den Bach ab gegangen ist, konnten die zahlreichen Anwesenden, teilweise sogar ohne Jacken anzuziehen den lauschigen Abend geniessen.
Bereits am Nachmittag haben viele Kinder den Spielplatz in Beschlag genommen. Während der erste Grill und die von Strazzini vom Maroni-Import gesponsorte Maroni-Pfanne in Betrieb genommen wurde, habe ein paar ältere Kinder auch die Bar in Beschlag genommen und alles verkauft, was auf den Tresen gestellt wurde. Sogar den Sirup oder den Kuchen sollten die Spender wieder bezahlen …!
Für Wagemutige gab es einen riesigen Harassen-Turm zu besteigen. Wagemutig und gefährlich war das in der Tat. Nicht so sehr für die Kletterer, aber für die Zuschauer! So ein 20 Harassen hoher Turm fällt schon sehr weit, wenn er dann einmal fällt. Den Kletterern hat das natürlich prima gefallen, die haben ja von oben zuschauen können wie die anderen davon rannten!
Gegen sechs Uhr wurde dann der Grill so richtig auf Temperatur und eine richtige Gulasch-Kanone, die wir bei Kehrli’s gefunden hatten, eingeheizt. Zur Auswahl gab es entweder Bündner Gerstensuppe oder Kürbissuppe. Und beinahe wurden beide Suppentöpfe weggeputzt. Auch dem Raclette von Främu wurde eifrig zugesprochen, so dass kaum jemand mit knurrendem Magen von dem Festli nach Hause gehen musste. Später am Abend haben Bekannte von Elvira mit Pipe and Drum ein traditionell schottisches Repertoire, vermischt mit schweizerischen Melodien zum Besten gegeben. Der Innenhof hinter der Gerberngasse und unterhalb der Gärten der Junkerngasse hat dazu bei der inzwischen mit Fackeln beleuchteten Umgebung eine besonders stimmige Szene geboten.
Alles in allem war dieses Quartier- und Spielplatzfest ein riesiger Erfolg. Es war eine Mischung aus bekannten anwohnenden aus dem Matteleist und vielen neueren Gesichtern aus dem Quartier. Besonders erfreulich waren die vielen Kinder, die den Spielplatz freudig genutzt haben. Einige bekanntere Gesichter aus dem Leist haben zwar in der fröhlichen Runde gefehlt, aber vielleicht ergibt sich aus dem Anlass der eine oder andere Beitritt zum Leist und das wäre doch ein eindeutiges Zeichen, dass in der Matte nicht alles stehen bleibt, nur weil der Verkehr nicht mehr Tag und Nacht ungehindert durch’s Quartier fahren kann.
Martin Giezendanner