Der Berner Mattegucker

Ein Stollen wäre übertrieben

Elias BartlomeElias Bartlome, Grüne Freie Liste (GFL),
Personalberater, Jahrgang 1977

1. Was sollte in Sachen Hochwasserschutz noch unternommen werden?

Das letzte (fast) Hochwasser 2007 hat gezeigt: Es wurde bereits viel unternommen und die zuständigen Stellen sind sensibilisiert. Die Bretterwand am Geländer und die Betonelemente entlang der Schifflaube sind zwar unschön, aber bieten zusammen mit der Ausbaggerung einen effektiven Schutz. Die Schäden der Hochwasser in der Matte sind emotional und finanziell enorm. Die Massnahmen dagegen müssen aber verhältnismässig sein – einen Stollen quer unter der Stadt Bern hindurch zu bauen, finde ich zum Beispiel übertrieben. Ein Leben am Fluss hat seit Menschengedenken viele wunderbare Qualitäten, aber es birgt auch Gefahren. Die Natur wird immer stärker bleiben.

2. Braucht die Matte Poller? Falls ja, wären sie auf der Aarstrasse auf der Höhe des Restaurants Zähringer am richtigen Ort?

Ja. Ein Poller wäre für mich eine Investition in eine noch bessere Lebensqualität in der Matte. Das Durchfahren der Matte ist aufgrund des Städtebaus so attraktiv, dass wir uns gegen die Blechlawine schützen müssen. Das Durchfahrtsverbot von heute zeigt keine Wirkung. Daher braucht es Poller auf der Höhe des Zähringers, sonst wohnen wir in Stosszeiten weiterhin an einer Autobahn.

3. Was gefällt Dir an der Matte? Was müsste noch geändert werden?

Die Matte bietet einen speziellen Reiz und ist anders als die anderen Quartiere in Bern. Das manchmal schon fast autark wirkende System Matte soll erhalten bleiben und nachhaltig die Herzen der Bewohnerinnen und Bewohner erfreuen. Dazu gehören ein sinnvoller Hochwasserschutz und eine sinnvolle Verkehrspolitik.

4. Wofür willst Du dich bezüglich dem Matte-Quartier im Stadtrat einsetzen?

Ich setze mich klar für eine Verkehrspolitik ein, die den Bewohnerinnen und Bewohnern der Matte eine angenehme, qualitativ hochstehende Wohnsphäre bieten soll.

5. Wofür steht deine Partei?

Die GFL steht dafür ein, Lösungen zu suchen und zu finden. Dies in der Zusammenarbeit mit allen anderen Parteien, von links nach rechts. Der Kompromiss ist ein Grundelement der Schweiz und hat in unseren Handlungen einen zentralen Stellenwert. Ideen und Anliegen sind nicht per se schlecht, nur weil sie von den anderen kommen. Besonders am Herzen liegen uns Umweltthemen.

Und sonst …

Umweltschutz ist nicht alles, doch ohne Umwelt ist alles nichts!